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Franka Hörnschemeyer

Oszilloskop, 2014
Aus einer massiven, geometrisch gestalteten Basis ragt eine schmale, eckige Säule empor, von der aus sechs Flügel in unterschiedlicher Höhe in den Raum ragen. Diese bestehen aus jeweils fünf bzw. sechs Aluminium-Wabenverbundplatten, die mit Scharnieren verbunden und damit in sich beweglich sind. Von der Mittelachse ausgehend erfahren die mehrgliedrigen Flügel unregelmäßig erscheinende mechanische Impulse, die die Konstruktion in eine fließende, nahezu organisch wirkende Bewegung versetzen. Ausladend greift Oszilloskop in den Raum, dreht sich langsam und leicht oder schwindelerregend, um dann immer wieder zu einer geschlossenen, sich selbst umarmenden Form zu finden.
Die Assoziation einer Choreographie stellt sich ein, begleitet vom mal lauten, mal zarten Klackern und Knarren der einzelnen Segmente, die immer wieder Limitierungen und Richtungswechsel erfahren.
Franka Hörnschemeyer rekurriert mit ihrer Arbeit auf das Essay „Über das Marionettentheater“ (1810) von Heinrich von Kleist. Dort beschreibt er anschaulich, dass Bewegung einen Schwerpunkt hat und damit eine Marionette im Inneren regiert wird. Auch Oszilloskop wird durch eine einwirkende Kraftquelle in Schwingung versetzt. In unserer Wahrnehmung verschieben sich dabei die Grenzen von gesteuerter und intuitiv wirkender Bewegung; die Flügel werden, einem Tanz ähnlich, in rhythmische Bewegung versetzt.

Film zur Arbeit

 
Oszilloskop, 2014
Ausstellungsansicht Grenzfälle des Raumes
Galerie m, 2021
Oszilloskop, 2014
Aluminium, Stahl, Computer, Motor
230 x 300 x 300 cm