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Franka Hörnschemeyer

Bildhauerin
"... Franka Hörnschemeyer bedient sich bildhauerischer Mittel, die bescheidener und ikonografisch zurückhaltender nicht sein könnten – oft handelt es sich um genormte Schalelemente aus dem Betonbau, die für gewöhnlich gebauten Raum vor dessen Entstehung definieren und unsichtbar in seine Kubatur eingeschrieben bleiben. In vielen von Franka Hörnschemeyers Arbeiten gliedern solche Elemente wie mentale Leitsysteme den neu zu entdeckenden physischen Raum."
Susanne Altmann, Dresden 2012
 
Axiom 420, 2020
Schalplatten, Rasterelemente, Ankerseil
Ausstellung Galerie m
Für die Ausstellung in der Galerie m hat die Bildhauerin Franka Hörnschemeyer mit „Axiom 420“, ein komplexes ortsspezifisches Werk konzipiert und realisiert. Geometrische Skulpturen aus Schalplatten und eine architektonische Konstruktion aus Rasterelementen werden über ein mehrfach umgelenktes Zugseil miteinander verbunden und getragen.

Opak 519, 2019
Schalelemente, Ankerseile
415 x 970 x 1314 cm
Ausstellung Museum unter Tage, Bochum
Für „Opak“ entwickelte Franka Hörnschemeyer ein Werk aus sechs jeweils zusammenhängenden Einheiten, die eigene Kreisläufe bilden. Jede dieser Einheiten besteht aus einem Kasten, einem Schalelement und einem Ankerseil, das die unterschiedlich geformten Objekte aus Holz und Stahl trägt und in das Rauminnere hebt. Die einzelnen Elemente stehen in einem subtil definierten Verhältnis zueinander und schaffen eine spezifische, auf den Raum abgestimmte Struktur.

Wandobjekte
Zahlreiche Wandobjekten der 90er Jahre gehören zu den frühesten Werken von Franka Hörnschemeyer und zeugen von ihrer intensiven und langjährigen Auseinandersetzung mit Gipskarton – hierbei konzentriert sich ihr Interesse nicht nur auf die Materialität des Baustoffs, sondern auch und vor allem auf dessen Funktion als Informationsträger. Sie erforscht Beschaffenheit und Kontext und findet darin Hinweise auf kulturelle, gesellschaftliche sowie ökonomische Gegebenheiten. Fast möchte man sie als Bauarchäologin bezeichnen.
Transformation
Unter dem Begriff der Transformation lässt sich ein wesentliches Arbeitsprinzip der Künstlerin zusammenfassen, das die fortlaufende Wiederverwendung von Material meint.
„So dienen einzelne Elemente des Vergangenen immer wieder als Grundlage für neue Konstruktionen, Ideen und Installationen.“ (Anna Lena Seiser, 2017)
Oszilloskop, 2014
Standard International, Glint, Berlin, 2018
Aluminium, Stahl, Computer, Motor
230 x 300 x 300 cm
Film zur Arbeit

Franka Hörnschemeyers Plastik "Oszilloskop" setzt sich aus Aluminium-Waben-Verbundplatten zusammen, die mit Scharnierbändern verbunden sind. Das Werk wird dadurch beweglich.
„Hörnschemeyer rekurriert mit ihrer Arbeit auf Heinrich von Kleists Essay „Über das Marionettentheater“ [1810]: Darin beschreibt er die grazilen Bewegungen einer Gliederpuppe, die anhand eines Schwerpunkts im Innern der Figur gesteuert wird, deren vollendete Anmut jedoch ausschließlich durch mechanische Umsetzung erreichbar wäre. Diese erzeugt bei Hörnschemeyer ein Öffnen und Schließen der horizontal angeordneten Segmente und ein Geräusch, das die mechanisch wirkenden Kräfte der sich stetig verändernden Formationen eindrucksvoll unterstreicht.“
Ausst. Kat. „Raumstationen“, Kunstverein Hannover, 2015
Trichter, 2011
Dresden
Mit diesem Bauprojekt inmitten des Zentrums von Dresden, am ehemaligen Standort des historischen Seetors, gewann Franka Hörnschemeyer den 8. mfi-Preis.
Im Gegensatz zu den über fünfhundert MitbewerberInnen plante die Künstlerin die Installation größtenteils als unterirdisches Gebilde. Von der Auslobung des Wettbewerbs 2003 über die Genehmigung und Planung bis zur Realisation und Prämierung des Vorhabens dauerte es knapp 8 Jahre.
Koordinaten, 2011
Kunstwegen, Neugnadenfeld
In direkter Nachbarschaft zum sogenannten "Russischen Friedhof" wurde eine Konstruktion aus Schalelementen errichtet. Die neun Module sind fest im Boden verankert, sodass sie sich im Laufe der Zeit in den Wald integrieren und von Pflanzen bewachsen werden.
Bestandteil der Installation sind mehrere Audioarbeiten, die automatisch beim betreten der Situation beginnen. Darin erzählen AnwohnerInnen des angrenzenden Dorfs Neugnadenfeld persönlichen Begebenheiten, die in konkretem Bezug zu dem Ort und dem unmittelbar anliegenden Kriegsgräberfeld stehen.
Relais, 2006
Ideal City - Invisible Cities, Potsdam
Im Rahmen des Projekts hatten 40 KünstlerInnen die Aufgabe und Möglichkeit den Gedanken der "Idealen Stadt" aufzugreifen, zu reflektieren und zu kommentieren. Franka Hörnschemeyers Labyrinth aus beweglichen Schal- und Rasterelementen bezieht sich dabei direkt auf die konsequente Rasterung der Potsdamer Innenstadt.
GKB 205, 2005
Kunstverein Ruhr, Essen
Für den Ausstellungsraum am Kopstadtplatz entwickelte Franka Hörnschemeyer eine begehbare skulpturale Arbeit. BesucherInnen konnten einen Flur durchschreiten, der mit beweglichen Lamellen aus Gipskarton ausgekleidet war, um an dessen Ende eine "Raum-im-Raum"-Situation zu erreichen.
TSE 11022 , 2002
Nr. 109 (Werkraum.12), Hamburger Bahnhof, Berlin
"Ausgangspunkt für das Projekt im WerkRaum. 12 war die intensive Beobachtung des Ausstellungsraumes, der Auf- und Abbauten im Wechsel zeitlich begrenzter Ausstellungen. Die unveränderlichen Eigenschaften des Raumes, seine Proportionen und seine Akustik, sowie seine variable Nutzung werden in dieser Arbeit hinterfragt."
- Hamburger Bahnhof, Berlin
Foto: Stephan Erfurt
BFD – bündig fluchtend dicht, 2001
Raumskulptur in einem der nördlichen Innenhöfe
Paul-Löbe-Haus, Deutscher Bundestag, Berlin
Für einen der nördlichen Höfe des Paul-Löbe-Hauses entstand eine Raumskulptur aus Gitterwänden. Die rot- und gelblackierten Eisengitter sind so ineinandergeschoben, dass ein verspieltes und filigranes Raumlabyrinth entsteht, welches die Idee des gärtnerisch gestalteten Heckenlabyrinths aufgreift und neu formuliert. Fünf türgroße Öffnungen laden ein, dieses Labyrinth zu betreten. Es gibt Wege, die hinein- und hinausführen, Räume, die durchquert werden können, aber auch Sackgassen oder geschlossene Kammern. Dank der Gitterstruktur wirkt das Raumgefüge leicht und transparent und öffnet zahlreiche Blickachsen, so dass bei demjenigen, der das Labyrinth betritt, nie der Eindruck entsteht, in einem wirklich abgeschlossenen Raum zu sein.
PSE 900
Lehmbrucksaal, Kunsthalle Hamburg
Oktober 2000 bis Januar 2006
Im Rahmen der Ausstellung Einräumen im Jahr 2000 entwickelte Franka Hörnschemeyer die Arbeit PSE 900 im Lehmbrucksaal der Hamburger Kunsthalle. Die Freilegung der verschiedenen innenarchitektonischen Schichten der Hamburger Kunsthalle war einer der Bestandteile dieser Arbeit. Sie gab den Anlass für die Rekonstruktion der Oberlichter und der ursprünglichen Geschosshöhe, die nach 2006 wiederhergestellt und in diesem Zuge PSE 900 zurückgebaut wurde.
MSE 500, 2000
4. Werkleitz-Biennale "real[work]", Halle
Anhand einer Konstruktion aus Gipskartonplatten und Schalelementen wurden historische, nicht mehr erhaltene Baustrukturen aus unterschiedlichen Nutzungsphasen des Sitzes der Werkleitz Gesellschaft aufgegriffen. Der Außenraum wurde somit zu einem begehbaren Labyrinth, das die komplexen Zusammenhänge unterschiedlicher Bau- und Nutzungsphasen visualisierte.
GKF, 1992
GKF (Gipskartonfeuerschutz) ist ein umfang- und facettenreicher Werkkomplex, der seinen Ursprung in einer Sammlung fragmentierter Baupläne findet. Sie bilden die Grundlage für die gleichnamige, auf 150 Exemplare limitierte Publikation, unterschiedliche Wandobjekte sowie eine Audioarbeit, die 2020 in der Ausstellung Axiom 420 in der Galerie m zu hören ist.